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Protokoll: Dr. Kehl
Ort der Bespr.: Berlin und zugeschaltete Telefonkonferenz

Zeit: 23.6.2017, 15.30h - 16.45h

Teilnehmer:

  • Dr. F.W. Dippel
  • R. Grammig
  • Dr. Th. Kehl
  • Prof. W. Schmeller
  • Dr. Th. Weber

erteiler: Teilnehmer und Mitglieder

1. Eröffnung der Versammlung

Dr. Kehl eröffnet um 15.30 Uhr die Versammlung und begrüßt die anwesenden Mitglieder.

2. Feststellung der Beschlussfähigkeit

Dr. Kehl

Herr Dr. Kehl stellt fest, dass die Versammlung satzungsgemäß einberufen wurde und damit beschlussfähig ist. Es lagen keine Anträge von Mitgliedern vor.

3. Jahresbericht des 1. Vorsitzenden zu 2016 und zum Aufenthalt in Kenya 2017

Prof. Schmeller

2016 waren in 6 Gemeinden 32 aktive Community Health Workers (CHWs) tätig gewesen. (Nach dem Tod von Edith aus dem Team der Koordinatoren im letzten Jahr ist die Zahl von 31 auf 30 gesunken; inzwischen wurden 2 neue CHWs eingearbeitet).

Bezüglich der Projektarbeit wurden 2016 in 80 Schulen (letztes Jahr: 81 Schulen) insgesamt 59 042 (letztes Jahr: 45 946) Kinder untersucht. (Im letzten Jahr hatte ein mehrmonatiger Lehrerstreik mit entsprechendem Ausfall des Unterrichts stattgefunden).

Von diesen 59 042 Kindern hatten 15 874 Kinder = 26,8 Prozent (letztes Jahr 29,3 %) insgesamt 17 449 Dermatosen.

Von den gefundenen Dermatosen waren 16 % bakteriell verursacht, 59,4 % durch Pilze und 2,8 % durch Skabiesmilben bzw. Sandflöhe bedingt. 0,78 % hatten Virus-bedingte Erkrankungen und 3 % hatten Ekzeme. Die Verteilung entspricht den Zahlen der letzten Jahre.

Als besonders erfreulich wurde auch in diesem Jahr wieder aufgeführt, dass die medizinische Betreuung aufgrund der Spende von „Bild hilft. Ein Herz für Kinder“ gut möglich war, da dadurch wieder ausreichend Medikamente vor Ort vorhanden waren. (Das zusätzliche Spendengeld durfte ja nur für Medikamente ausgegeben werden).

Bezüglich einer erneuten Spende habe ich mich wieder an den Verein „Ein Herz für Kinder. Bild hilft e.V.“) gewandt; dieser Verein hatte uns seit 2011 kontinuierlich finanziell unterstützt, zuletzt mit jährlich 8 000,- Euro. Mit Antrag vom 30. Januar 2017 habe ich diesmal um die Summe von 10 000,- Euro gebeten. Dies wurde am 7. März 2017 – nach Ausfüllen weiterer Formulare – genehmigt, so dass wir also auch in diesem Jahr wieder eine zusätzliche Summe zur Verfügung haben, die uns mehr Flexibilität in der Therapie und die Versorgung zusätzlicher Kinder ermöglicht.

Die Probleme im Jahr 2016 in Kenia haben sich nicht verringert. Es handelt sich dabei primär um die unverändert bestehende weitverbreitete Korruption, die Kriminalität als Folge der hohen Arbeitslosigkeit, die Inflation mit Preiserhöhungen vor allem auch im Bereich der Grundnahrungsmittel sowie – und das verschlimmert alles – die große Dürre, die im letzten Jahr Ostafrika wieder in verheerender Weise heimgesucht hat. Die Zahl der Touristen ist aufgrund der Sicherheitslage unverändert extrem niedrig, was weitere negative wirtschaftliche Folgen für das Land hat.

Wie schon im letzten Jahr angekündigt, ist vorgesehen Ende 2017 das Dermatologie-Projekt nach insgesamt 25 Jahren Laufzeit zu beenden; die verbliebene Restsumme aus unserem Konto soll u.a. für die Durchführung von Sonderprojekten in den Gemeinden in Form von zwei einmaligen Maßnahmen eingesetzt werden. Diese sollen bis zu einem gewissen Grad die Fortsetzung der dermatologischen Betreuung nach Beendigung unserer finanziellen Unterstützung ermöglichen.

Wir haben daher bereits im ersten Quartal 2017 die Summe von 1 000,- Euro für jede der 6 Gemeinden den Koordinatoren zur Verteilung an die sechs Gemeinden zur Verfügung gestellt, damit dort bereits Maßnahmen in Form von Income Generating Activities (IGAs) gestartet werden können. Dies hat inzwischen überall stattgefunden.

Bei meinem diesjährigen Besuch im Mai 2017 hatte ich mir einen ersten Eindruck von der Effektivität dieser Maßnahmen verschaffen können (siehe separaten Bericht über den diesjährigen Projektaufenthalt). Wenn diese IGA-Projekte weiterhin gut laufen, soll Ende 2017 nochmals eine noch festzulegende Summe pro Gemeinde für die Fortsetzung der Maßnahmen überwiesen werden.

Die Auflösung des Vereins ist für Ende 2017 vorgesehen. Als Liquidator wurde Prof. Schmeller in einer außerordentlichen Vorstandssitzung am 23.06.17 bestimmt.

Abschließend möchte ich an dieser Stelle – wie immer – den ehrenamtlichen Mitarbeitern von Sanofi zu danken, insbesondere den Herren Kehl, Grammig, Dippel und Weber für ihre z.T. jahrzehntelange und immer noch bestehende engagierte Mitarbeit. Mein Dank gilt ebenso wieder Herrn Frank Delventhal für die regelmäßige Betreuung der Homepage des Vereins (www.aerzte-helfen.org) sowie allen Spendern, die mit ihren Beiträgen diese Arbeit überhaupt erst ermöglicht haben.


Projektbericht Kenya-Aufenthalt 2017


Gegenüber dem letzten Projektbesuch im Jahre 2013 - und all den Jahren vorher - hat in Kenya eine enorme Bautätigkeit stattgefunden, besonders ausgeprägt in Nairobi und in Kisumu Stadt. Hochhäuser und Wohnblocks schießen überall aus dem Boden, um die wachsende Bevölkerung wohn- und arbeitsmäßig unterzubringen. Auch sind die - mit der teils sehr kritisch beurteilten Hilfe der Chinesen - deutlich ausgebauten Fernstraßen in einem meist sehr guten Zustand, wie ich es selbst noch nie im Land erlebt hatte. Damit ist der wachsende Überlandverkehr zwar deutlich erleichtert worden; trotzdem ist die aktuelle Verkehrssituation an vielen Stellen – auch wegen der vielen Lastwagen und der immer noch rasenden Matatus („time is money“) unverändert chaotisch. Auch muss der Bau einer neuen Bahnlinie von Mombasa nach Nairobi (eingeweiht im Juni 2017) als außergewöhnlich erfolgreich betrachtet werden; das alte Streckennetz noch aus der Zeit der Kolonialzeit war aufgrund fehlender Wartung in einem katastrophalen Zustand.

In den ländlichen Gebieten des Kisumu-Distrikts machen sich derartige Änderungen allerdings kaum bemerkbar und die Wohn- und Straßensituation ist unverändert schlecht bis sehr schlecht. Zwar entsteht wohl in den Großstädten so etwas wie eine Mittelschicht, aber die armen Leute scheinen vom Wachstum nicht zu profitieren. Hinzu kommt eine jährliche Preiserhöhung – vor allem auch für Grundnahrungsmittel (insbesondere für Mais für das Hauptgericht Ugali). Mais stieg – bei einer allgemeinen Inflationsrate von 11 % - in den letzten Wochen von 90 auf 150 KSh pro kg, ein Thema, welches während meines Aufenthaltes ganze Zeitungsseiten füllte! Die Diskussion, wer dafür verantwortlich ist oder dies u.U. vielleicht sogar aus Spekulationsgründen (?) bewusst herbeigeführt hat, war überall Hauptthema.

Weiterhin leidet das Land - unverändert und wohl auch noch zunehmend - unter einer enormen Korruption, auf die von allen Seiten hingewiesen wird und auf deren Verbesserung man – wie immer – nach den Wahlen im August hofft.

Praktisch unabhängig von der Gesamtsituation läuft das Dermatologie-Projekt in den letzten Jahren unverändert sehr gut bis gut; es sind sogar noch einige junge CHWs zum Team hinzugestoßen.

Bei den Schüleruntersuchungen in Sigoti-Ramogi und in Nduru-Kadero konnte ich mich nicht nur von den Fortschritten bei der Organisation und dem Untersuchungsablauf in den Schulen sowie bei den klinischen Kenntnissen der CHWs überzeugen, sondern auch deutlich sehen, dass der Hautzustand der Kinder WESENTLICH besser ist als in den ersten Jahren und letztendlich – mit ganz, ganz wenigen Ausnahmen - nur noch wirklich kleine Befunde (z.T. Bagatellbefunde) bei den Kindern vorliegen.

Das rechtfertigt zu diesem Zeitpunkt nun auch von medizinischer Seite her den Abschluss des Projekts in der vorliegenden Form bzw. die ausgeprägten Änderungen im Projektablauf ohne weitere externe Hilfe durch Spenden aus Deutschland. Bei der nun deutlich geringeren Zahl der von relevanten Dermatosen Betroffenen ist eine so aufwendige Organisation mit Schulbesuchen nicht mehr unbedingt nötig.

Die CHWs, besonders auch die neu Hinzugekommenen, sind natürlich sehr traurig, dass das Projekt zum Jahresende in der altgewohnten Form endet. Allen Beteiligten geht damit ein kleines, aber – und das ist besonders wichtig - regelmäßiges Einkommen verloren.

Sehr interessant waren meine Besuche bezüglich der neu gestarteten income generating activities (IGAs) in Form der überall aufgebauten Geflügelzucht. Es waren in allen Communities große Hühnerställe gebaut worden und zwischen 50 und 100 Hühner (Küken) angeschafft worden. Vereinzelt gab es Probleme durch den plötzlichen Tod einer größeren Zahl der Hühner; die Zahlen lagen zwischen etwa 5 und 85 (!) Prozent. Ursache waren u.a. Füchse, die in die Ställe einbrachen, plötzliches kaltes Wetter mit Regen und Erkältungskrankheiten der Tiere. Hauptursache war aber der Tod als Folge einer die Hühner betreffenden Viruserkrankung (wohl eine Art von Geflügelpest). Es stellte sich jedoch heraus, dass in einigen Gemeinden „Fachleute“ für Hühnerzucht vorhanden waren, die mit wertvollen Tips die ersten Schwierigkeiten überwinden halfen. Insbesondere war wohl von Bedeutung, dass diese Krankheit nicht die robusten, lokalen Hühner, sondern weitüberwiegend eine andere empfindlichere Sorte, die für diese Art der Haltung nicht optimal ist, traf. Inzwischen wurden die entsprechenden Hühnerrassen „ausgetauscht“ und die Zuchtergebnisse nun sind offensichtlich besser. Erste Hühner wurden auch bereits verkauft. Wichtig ist ferner, dass John, einer der CHWs von den nicht mehr aktiven Communities (er ist seit 1993 im Projekt gewesen), im Vorstand eines überregionalen Geflügelvereins ist und sich für entsprechende „Fortbildungen“ zum Thema Futter, Medikamente, „Impfungen“ etc. zur Verfügung gestellt hat. John war übrigens auch der „guest of honor“ bei unserem Abschlussseminar im Sovereign-Hotel. Damit erscheint dieses Geflügel-Projekt für alle Gemeinden in deutlich „sichereren Händen“.

Klimamäßig war Kenya diesmal sehr grün, es gab fast täglich abends Regen und überall in den Feldern wurde gearbeitet; die Leute leben ja weitgehend von dem, was auf ihren eigenen „shambas“ wächst (Subsistenzwirtschaft). Von der derzeit in Ostafrika (insbesondere in Somalia, Sudan und Äthiopien) grassierenden größten Dürrekatastrophe wegen einer der längsten Trockenheitsperioden war also in Kenya überraschenderweise nichts zu merken.

Unverändert fehlende Projektunterstützung von einheimischer Seite: Unsere Hoffnung, dass der Besuch im Jahre 2013 beim Gouverneur von Kisumu County, (Hon.) Jack Ranguma, sich in irgendeiner Weise positiv für das Projekt ausgewirkt hätte, hat sich leider nicht bewahrheitet. Der damals ca. 3 Monate im Amt tätige Gouverneur, der uns – entsprechend unserem Antrag – eine höhere Summe für die weitere Unterstützung zugesagt hatte, hat sich nach Angaben der Koordinatoren leider zu einem der korruptesten Minister der lokalen Regierung entwickelt und es ist mehr als zweifelhaft, ob er seinen Posten nach den Wahlen behalten kann. Somit ist also auch ein ursprünglich als sehr hoffnungsvoll angesehener Versuch einer staatlichen Unterstützung – wie schon so oft in Kenya – leider gescheitert.

Beim abschließenden Meeting im Sovereign Hotel kam nochmals deutlich die Dankbarkeit aller beteiligten CHWs uns und den deutschen Spendern gegenüber zum Ausdruck. Von dem Projekt haben in den nun fast 25 Jahren über 1,5 Millionen untersuchte Kinder profitiert. Profitiert haben aber auch die Familien der CHWs, die sich durch die regelmäßigen kleinen Gehälter („token“) von zuletzt 2 000,- KSh pro Monat eine bessere Ausbildung der eigenen Kinder und zusätzlich eine Anerkennung der eigenen Person in den Gemeinden für ihre wichtige „medizinische und soziale“ Tätigkeit erworben haben.

Trotz großer Traurigkeit über das Projektende im Dezember 2017 hatten aber alle eingesehen, dass sie nicht mit „Nichts“ zurückgelassen werden, sondern dass mit dem Einsatz ihres über die Jahre angesammelten Wissens und mit dem neu iniierten Geflügelprojekt weiterhin Chancen für eine gute Zukunft bestehen.

4. Kassenbericht des Schatzmeisters: Geldbestände 2016 und Einnahmen/Ausgaben, Ausblick 2017 / 2018

R. Grammig
 


Bild: Geldbestand 2016

 

Bild: Gewinn Verlust 2016

5. Bericht der Kassenprüfer

Die Prüfung der Kasse durch die Herren Dippel und Dr. Weber ergab eine untadelige Buchführung seitens Herrn Grammig. Die Kassenprüfung seitens Herrn Dr. Weber erfolgte auf Basis der ihm von Herrn Grammig zur Verfügung gestellten Abrechnungsdateien.

6. Entlastung des Vorstandes

Prof. Schmeller (1. Vorsitzender) und Dr. Kehl (2. Vorsitzender) sowie der Schatzmeister Herr Grammig wurden einstimmig entlastet (Stimmenthaltung der Amtsinhaber).

7. Auflösung des Vereins

Im Zusammenhang mit der formalen und sachgerechten Auflösung des Vereins und den entsprechenden Aktivitäten werden folgende Beschlüsse gefasst. Alle Beschlüsse erfolgen einstimmig (keine Enthaltungen, keine Gegenstimmen):

(7.1) Beschluss zur Vereinsauflösung und zum Auflösungstermin:


Der Verein wird zum 31.12.2017 aufgelöst. Das Jahr 2017 ist das letzte 
 Geschäftsjahr des Vereins. Danach erfolgt keine Akquise 
 von Zahlungen und Mitgliederbeiträgen mehr. Das Vereinskonto wird gesperrt 
 und abgewickelt für eingehende Zahlungen. Potentielle Gläubiger werden 
 aufgefordert, bestehende Ansprüche beim Liquidator anzumelden. Das Jahr 
 2018 ist das gesetzlich vorgesehene Sperrjahr. Zum Ende des Sperrjahres 
 wird das Vereinskonto endgültig aufgelöst.

(7.2) Bestimmung des Liquidators:

Der Verein bittet Herrn Prof. Schmeller, die Funktion und Aufgaben des Liquidators zu übernehmen und die Auflösung des Vereins beim zu-
 ständigen Amtsgericht (Frankfurt) im Vereinsregister anzumelden (inkl. 
 Veröffentlichung des Gläubigeraufrufs im Amtsblatt).



(7.3) Beschluss zur Information der Öffentlichkeit und der Spender:

Die Mitgliederversammlung bittet Herrn Prof. Schmeller, die Auflösung des 
 Vereins auf der Homepage des Vereins bekannt zu geben und die Homepage 
 des Vereins nach Ablauf der Sperrfrist vom Internet zu nehmen. 
 Darüber hinaus bittet die Mitgliederversammlung Herrn Prof. Schmeller, die 
 bestehenden Spender im Jahr 2017 über die Auflösung des Vereins zu 
 informieren.


(7.4) Beschluss zur Verwendung des Restbudgets:

  • Für die laufende Projektförderung erfolgen die regulären Zahlungen nach Kenia in Q4/2017 und Q1/2018 (jeweils € 5.000).
  • für die 6 Teilprojekte werden im laufenden Jahr 2017 jeweils € 2.000,- bereitgestellt.
  • Gemäß §2 der Satzung wird ein Betrag von € 5.000,- für die medizinische Versorgung des erkrankten Projektleiters vor Ort bereitgestellt.
  • der Restbetrag des Vereinsvermögens wird für die satzungsgemäße Abwicklung des Vereins verwendet.
 



8. Verschiedenes und Termine


Vor Ende des Sperrjahres trifft sich der ehemalige Vorstand mit dem Liquidator (Prof. Schmeller) zu einer abschließenden Beratung über die Vereinsauflösung.

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Bitte Spenden Sie

Vereinskonto:
Ärzte helfen hautkranken
Kindern in Afrika e.V.
Frankfurter Sparkasse
Konto 866 555
BLZ 500 502 01

IBAN:
DE21 5005 0201 0000 8665 55

BIC:
HELADEF1822

Geben Sie bitte Ihre Adresse an, eine Spendenbescheinigung wird Ihnen bei Beträgen ab 50,- Euro zugeschickt.


Anschrift:
Ärzte helfen hautkranken Kindern in Afrika e.V.
Prof. Dr. Wilfried Schmeller
Hanse-Klinik
St.-Jürgen-Ring 66
23564 Lübeck

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Artikel über uns

Der Artikel "Die vergessenen Kinder von Kisumu (Kenia)" von Frau Dr. med. Delventhal gibt über unser Projekt Auskunft aus der Sicht einer Ärztin, die mit uns vor Ort war.

 

Konzeption, Umsetzung und Hosting: www.deweso.de